Glocke

Worum geht es?

Das Jahr 2019 stand in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers unter der Überschrift "Zeit für Freiräume": ein Jahr für Aufbrüche und Fragen, für Unterbrechungen, Besinnung und vielleicht auch für Neubeginn. Die Welt verändert sich rasant, was bedeutet das für uns persönlich und für die kirchliche Arbeit? Was wollen wir tun? Was wollen wir lassen oder verändern? Was gibt uns Kraft, und wo finden wir Hoffnung? Wir nehmen uns Zeit und denken über "Freiräume" nach. Um des Menschen willen.

"Zeit für Freiräume" bleibt

Das Jahr 2019 geht zu Ende, "Zeit für Freiräume" werden wir uns weiterhin nehmen. Dass Veränderungen möglich sind, haben wir in diesem Jahr erlebt. Es geht also weiter: Das Buch, die Postkarten, Aufkleber und weiteres Material finden Sie auch weiterhin hier unter "Service" sowie unter www.material-e.de

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...um des Menschen willen – Zeit für Freiräume

Eine erste Zwischenbilanz

„Zu den zentralen Aufgaben der Kirche am Anfang des 21. Jahrhunderts gehören Konzentration und Neuorientierung auch im Loslassen. Loslassen befreit die Kirche von der Sorge um sich selbst und öffnet den Blick für andere. Die Fähigkeit der Kirche zu mutiger Selbstveränderung und Selbstbegrenzung ist ein Glaubenszeugnis an andere. Kirchliche Reformen lassen sich verstehen als Geschichte geistlicher Einkehr und inneren Aufbruchs.“


Das Jahr 2019 war gedacht als eine heilsame Unterbrechung, als Raum für Erfahrungen, Reflexion, vielleicht auch Regeneration. Für einen Rückblick ist es noch ein bisschen früh. Es brauchte Zeit, bis der Impuls in der Weite der Landeskirche angekommen war. Die Steuerungsgruppe wird sich im Februar 2020 die Zeit für ein Resümee nehmen. Eine Evaluation ist nicht geplant und auch kaum möglich, doch freuen wir uns nach wie vor über Ihre Rückmeldungen.

Landesbischof Ralf Meister, November 2019

Zeit für Freiräume - es geht weiter

Eines steht fest: Das Experiment ist nicht beendet. Es wird keinen Abschluss, keinen Endpunkt geben. Die Einladung zum Nachdenken über Freiräume und Gestaltungsmöglichkeiten bleibt bestehen.

Wo Baumaßnahmen und Vakanzen, Ressourcenknappheit oder
Konflikte die Kräfte binden, ist kaum Raum für Experimente. Auf der Suche nach Freiräumen werden diese Engpässe umso deutlicher. Wie wollen wir damit zukünftig umgehen? Wie gelingt es, gezielt Ressourcen freizusetzen? Große Themen und Prozesse haben uns beschäftigt in diesem Jahr: Die neue Kirchenverfassung, tritt zum 1. Januar 2020 in Kraft, die Tagungen zum „Pfarrberuf 2030“ brachten Ideen, die jetzt erprobt werden, und vielerorts geht es um Transformationsprozesse und Innovation.

Welche Ziele sind es, die wir anstreben, und wo müssen wir mutig Abschied nehmen vom Altvertrauten? Wir brauchen auch in Zukunft Zeit - Zeit für Freiräume, für neue Ideen, für Experimente, für Einkehr, für Stille und für Gebet. Wir brauchen Zeit für die Menschen und Zeit für Gott.

Ein Projekt, das kein Projekt ist

"Freiräumende" werden - Ideen und Geschichten

Überall in der Landeskirche werden Menschen zu "Freiräumern": von Aurich bis Hannoversch Münden, in den Gemeinden und Einrichtungen, im Landeskirchenamt, im Bischofsrat und in der Synode. An vielen Stellen ist es ganz schön schwer: wo sind denn die Freiräume in der Pflege, in der Kita und in der Verwaltung? Was geschieht, wenn wir das Thema ernst nehmen? Diese Gespräche sind wichtig, die Anfragen auch. Nur so entstehen Ideen. Persönliche Freiräume sind individuell und daher verschieden. Freiräume für Andere sind manchmal schneller zu finden: eine Kirchengemeinde lässt einen ungenutzten Grünstreifen zur Streuobstwiese und Freiraum für Insekten werden. Eine Gruppe hat sich vorgenommen, "frei von" Plastik zu leben und Erfahrungen mit diesem Thema zu sammeln. Besonders anspruchsvoll wird es dort, wo eine Routine tatsächlich auf den Prüfstand kommt und noch niemand weiß: was heißt das für die Jahresplanung, und was bedeutet es für unsere Zusammenarbeit? Was passiert, wenn wir jetzt wirklich einmal weniger tun, wenn wir die Stille suchen und nicht die Aktion?

Erzählen Sie uns von Ihren Ideen und Erfahrungen beim "freiräumen"! Wir werden das kommende Jahr mit immer wieder neuen Gedanken begleiten. Im September 2018 ist dazu ein kleines Buch erschienen. Einiges finden Sie schon jetzt auf der Website: Bilder, Ideen und Vorlagen für die Arbeit in Ihrer Einrichtung oder Gemeinde. 

Nehmen Sie Kontakt auf! Karoline Läger-Reinbold ist Geschäftsführerin des Projekts und freut sich auf Ihre Fragen, Anmerkungen und Hinweise. Sie besucht Sie im Kirchenkreis und denkt das Thema gemeinsam mit Ihnen weiter.  

Kontakt

"Es ist viel klüger, Du entziehst Dich von Zeit zu Zeit Deinen Beschäftigungen, als dass sie Dich ziehen und Dich nach und nach an einen Punkt führen, an dem du nicht landen willst. Du fragst an welchen Punkt? An den Punkt, wo das Herz hart wird.

Wenn also alle Menschen ein Recht auf Dich haben, dann sei auch Du selbst ein Mensch, der ein Recht auf sich selbst hat. Warum solltest einzig Du selbst nichts von Dir haben? Wie lange noch schenkst Du allen anderen Deine Aufmerksamkeit, nur nicht Dir selbst? Ja, wer mit sich schlecht umgeht, wem kann der gut sein?

Denk also daran: Gönne Dich Dir selbst. Ich sage nicht: Tu das immer, ich sage nicht: Tu das oft, aber ich sage: Tu es immer wieder einmal. Sei wie für alle anderen auch für Dich selbst da, oder jedenfalls sei es nach allen anderen."

Bernhard von Clairvaux (1090-1153), Brief an Papst Eugen

Projektleitung

Dr. Karoline Läger-Reinbold
Kanzlei des Landesbischofs
Haarstr. 6
30169 Hannover
Tel.: +49 511 1241-586
Mobil: +49 172 690 64 34

Material zum Download